2017 - Dachstein

Johannes Schubart, Günter Matuschek, Michael Fröbel, Olaf Kamp und Peter Eilhauer

30. Juni - 02. Juli 2017

 

Gipfel: Krahbergzinken (2.134 m.ü.A.)

Schwierigkeit: T2-3 (SAC)

 

Die Anreise am Freitag gestaltet sich auf Grund hohen Verkehrsaufkommens und vieler Baustellen auf den Autobahnen stressig, erst kurz vor 21:00 Uhr erreichen wir Schladming im steierischen Ennstal. Aber nach einem verspäteten Abendessen fallen die Anspannungen des Tages ab und wir freuen uns auf das Bergwochenende am Dachstein. 

Der Sonnabend weckt uns mit Dauerregen, die tiefhängenden Wolken reichen bis in die Tallagen herab; für den Nachmittag werden Gewitter prophezeit ! Die Auffahrt mit der Dachstein-Südwandbahn ist deshalb genauso illusorisch wie die geplante Wanderung vom Hunerkogel über den Gjeidstein zur Gjeidalm. Als Alternative fahren wir nach Planai und wandern - gemäß dem Motto "Der Weg ist das Ziel" - auf den Krahbergzinken. Gut gemeinter hochalpiner Wegebau für Turnschuhtouristen und anhaltende Niederschläge haben den Pfad aber zu einer Matschpiste werden lassen. Unterhalb des Gipfels geht es dann im Schroffengelände deutlich besser gebahnt bergauf, unmittelbar vor dem Gipfelkreuz ist der Weg auf einer felsigen Platte sogar mit einem Festseil und Stahltritten versichert. Aufsteigende Wolken und Nebelfetzen lassen uns nur kurz verweilen, auf dem gleichen Weg geht es anschließend zurück zur Seilbahnstation. Vor der Abfahrt kehren wir zum Mittagessen in der Schladminger Hütte ein.

Am Nachmittag umfahren wir das Dachsteinmassiv mit dem PKW, voll ausgerüstet für die immer noch mögliche Hochtour bringt uns die Dachsteinseilbahn von Obertraun auf den Krippenstein. Schon unterwegs verschwinden die Trag- und Antriebsseile in den Wolken, wie aus dem Nichts taucht dann die Bergstation unmittelbar vor uns auf. Trotz der schlechten Sicht beschließen wir, das letzte Wegstück bis zur Gjaidalm zu Fuß zurück zu legen, wir müssen dabei immer nur der dritten Seilbahnstrecke über eine Skipiste folgen. Nach etwa 1 Stunde Marsch erreichen wir unser Nachtquartier. Über den Betrieb auf der Alm sind wir etwas verwundert: Yogakurse und eine Bio-Öko-Speisekarte wurden auf der Website zwar offeriert, dass uns aber eine Art Montessori-Kindergarten mit Eltern im Selbstfindungstrip erwarten, war nicht voraus zu sehen. Trotzdem gestaltet sich nach der Bettruhe der Minderjährigen ein zünftiger Baudenabend mit handgemachter Gitarrenmusik.

Auch der Sonntag bringt kein besseres Wetter, ab ca. 2.500 m werden sogar Schneefälle vorausgesagt. Da wir uns bei der Wanderung zunächst zur Simonyhütte und dann über den Hallstätter Gletscher zum Dachstein immer auf dieser Höhe bewegen wollen, die Wolken aber weiterhin eine nur unzureichende Sicht ermöglichen, brechen wir die Tour (auch zur Umgehung eines "White-out") ab und kehren ins Tal zurück. Auf eine erneute Alternativwanderung hat heute keiner mehr Lust, im strömenden Regen fällt der Entschluss zur Heimreise schnell und einstimmig. Dass wir uns auf der siebenstündigen Fahrt nach Thüringen wieder von Stau zu Stau hangeln, passt zu diesem etwas verkorksten Wochenende.