2013 - Großvenediger

Günter Matuschek, Johannes Schubart, Michael Fröbel und Peter Eilhauer

05. Juli - 07. Juli 2013

 

Gipfel: Großvenediger (3.657 m.ü.A.)

Schwierigkeit: Hochtour WS 

 

Kurz nach 08:00 Uhr starten Michael, Günter und Peter am Freitag in Meuselbach, nach zügiger Autobahnfahrt holen wir Johannes zur Mittagsstunde in München ab - der kleinste Alpinclub der Welt ist vollständig zum nächsten Abenteuer unterwegs.

Die weitere Anreise nach Osttirol gestaltet sich langwierig, da die Hauptzufahrtsstrecke durch den Felbertauerntunnel wegen eines Erdrutsches am Südportal gesperrt ist. Wie sind somit zu einem Umweg über die Großglockner-Hochalpenstraße gezwungen. Kurz nach 17:00 Uhr haben wir das Ziel unserer Fahrt - das Matreier Tauenhaus - erreicht. Vom Tauernhaus fahren wir mit dem Taxi noch bis zum Venedigerhaus in Innergschlöß (und sparen damit eine Stunde Fußweg), dann steigen wir in gut 3 Stunden aus dem Gschlößtal über den Salzboden und die Alte Prager Hütte zur Neuen Prager Hütte auf 2.796 Meter ü.N.N. auf.

Anfangs ist der Weg gut erkennbar, später (im mittleren Drittel des Aufstiegs) geht es über glatt geschliffenen Fels, im oberen Abschnitt müssen auch Schneefelder passiert werden. Doch gegen 21:00 erreichen wir alle unser Nachtquartier, das Essen will nach den Anstrengungen des Tages keinem so recht schmecken, aber ein Bier und ein Schnaps wecken die Lebensgeister wieder.

Am Sonnabendmorgen weckt uns der Hüttenwirt und Bergführer Paul Preßlaber etwas später als erwartet, regnerisches Wetter verhindert einen zu frühen Aufbruch zum höchsten Berg des österreichischen Bundeslandes Salzburg.  Doch gegen 07:00 können wir endlich aufbrechen, nach etwa 20 Minuten Stapferei durch den Schnee erreichen wir den Anseilplatz am Schlattenkees. Die mitgebrachten Steigeisen können ob der reichlichen Schneeauflage auf dem Gletscher im Rucksack bleiben. Über den vom Kleinvenediger (3.470), Hohen Zaun (3.467), Hohem Aderl (3.504) und Schwarzer Wand (3.511) umrahmten Oberen Keesboden wandern wir hinauf zum Gipfelgrat. Hier oben scheint plötzlich die Sonne und man steht über den Wolken, aus denen nur einige Eisriesen (wie z.B. der Großglockner) herausragen. Da auch nur wenige Seilschaften unterwegs sind, ist das letzte Stück bis zum Gipfel der "Weltalten Majestät" trotz des immer schmaler werdenden Grates ein einziger Genuss. Um 09:54 Uhr haben wir das Gipfelkreuz erreicht und wenige Minuten später sogar das kleine Gipfelplateau ganz für uns alleine. So gelingen besonders eindrucksvolle Fotos von unserem Bergsieg. Der Abstieg zur Neuen Prager Hütte erfolgt auf dem selben Weg, dort erwarten uns zur Mittagszeit der verspätete Gipfelschnaps und eine kleine Mahlzeit. Bei ein wenig Plauderei mit Paul, der sich glücklich schätzt, den "Kleinsten Alpenverein der Welt" zum Gipfel geführt zu haben, vergeht die Zeit wie im Flug. Doch die Zeit des Aufbruchs naht, wir wandern am Nachmittag in aller Ruhe hinab zum Matreier Tauernhaus, wo wir die Nacht zum Sonntag verbringen.

Bereits früh am Morgen weckt uns sonntäglicher !! Baulärm von der nahe gelegenen Felbertauernstraße. Deshalb sitzen wir schon gegen 08:00 Uhr am Frühstückstisch. Nach einer ausgedehnten Mahlzeit brechen wir 09:30 Uhr in die Heimat auf - Resümee: es war ein wunderschönes Wochenende in den Hohen Tauern.