2012 - Watzmannüberschreitung

Michael Fröbel und Peter Eilhauer

07. September - 09. September 2012

 

Gipfel: Watzmann – Mittelspitze (2.713 Meter)

Schwierigkeit: I-II° (UIAA) – WS (SAC)

 

Am 07.09. fahren wir nach einem spartanischen Mittagessen staufrei nach Ramsau, wo wir gegen 17:30 Uhr eintreffen. Nachdem wir uns umgezogen haben, starten wir zum Watzmannhaus – es gilt, etwa 1.300 Höhenmeter zu bewältigen. Mit schwindendem „Büchsenlicht“ betreten wir nach 2,5 Stunden straffen Bergaufgehens unser Nachtquartier; 3 Hopfenkaltschalen später werden wir von der griesgrämigen Hüttenwirtin ins Matratzenlager geschickt.

Am Morgen darauf herrscht ab 05:30 Uhr im Lager Aufbruchstimmung, nach einem guten Frühstück stehen auch die Gipfelaspiranten des RAC vor dem Watzmannhaus. Kurz nach 07:00 Uhr geht es dann los, ca. 10 Stunden anspruchsvollen Bergwanderns (und Klettern bis II°) liegen vor uns. Gegen 09:00 Uhr ist das Hocheck (2.651) erreicht, hier trennt sich die Spreu vom Weizen bzw. der Wanderer vom Berggänger. Schnell haben wir die Klettergurte angelegt und kurz darauf klicken die Karabinerhaken erstmals ins Seil. Der Felsen ist trocken und bei schönstem Sonnenwetter kommen wir gut voran, bereits nach einer weiteren Stunde erreichen wir die Mittelspitze, den höchsten Gipfel des Watzmannmassivs. Hier heißt es, kurz inne zu halten, der Blick schweift zurück zum Hocheck und voraus zur Südspitze. Der Weg dorthin ist anspruchsvoller als der erste Teil der Gratwanderung; Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind unbedingt erforderlich. Nach einer verdienten Rast auf der Südspitze (2.712) zieht sich der Abstieg durch Schroffen und Geröllfelder in der Mittagssonne hinab ins Tal, leider sind unsere Getränke längst alle und so werden die 1.300 Höhenmeter bis zum Wimbachgrieshaus zu einer wahren Qual. Nachdem wir unseren dehydrierten Körpern aber ausreichend Flüssigkeit haben zukommen lassen, bessert sich die Laune rasch und wir machen uns auf den weg hinab nach Ramsau. Hier übernachten wir im Gasthaus „Oberwirt“.

Zum Abschluss des Wochenendes im Berchtesgadener Land fahren wir mit dem (Elektro-)Boot von Königsee nach St. Bartholomae am Fuß der berühmt-berüchtigten Watzmannostwand (mit ca. 1.800 Metern Höhe die größte Wand der Ostalpen). Nachdem wir von hier untern unsere gestrige Leistung noch einmal bewundert haben, geht es zurück in die Heimat.