2006 - Berner Oberland

Johannes Schubart, Michael Fröbel und Peter Eilhauer

29. September - 03. Oktober 2006

 

Gipfel: Faulhorn (2.681 m.ü.M.)

Schwierigkeit: T1 (SAC) 

 

Peters erste Tour nach der Wende führte ihn 1990 ins Berner Oberland, mit seiner Begeisterung für die phantastische Bergwelt steckt er nun Michael und Johannes rasch an. So nutzen wir das verlängerte Wochenende (der "Tag der Deutschen Einheit" fällt dieses Jahr auf Dienstag) zu einem Ausflug nach Grindelwald. Nach fast 8 Stunden Autofahrt erreichen wir das Dorf am Fuß von Eiger und Wetterhorn und quartieren uns im Hotel "Bellevue" im Ortszentrum ein.

Am Morgen des 30. September erstehen wir "preisgünstige" Billets und fahren zunächst mit der WAB - Wengernalpbahn zur Kleinen Scheidegg. Hier müssen wir in einen Zug der JB - Jungfraubahn umsteigen, da weder Spurweite noch Stromsystem der beiden Schmalspurbahnen übereinstimmen. Nach der Station "Eigergletscher" verschwindet der Train bis zur Endstation auf dem Jungfraujoch im Berg, während der Halte in den Tunnelstationen "Eigerwand" und "Eismeer" bleibt genug Zeit, zusammen mit den Mitreisenden die Aussichtpunkte direkt in der Felswand aufzusuchen und das hochalpine Panorama zu bewundern. Nach der Ankunft auf dem "Top of Europe" besuchen wir den schon in den 1930er Jahren entstandenen Eispalast im Jungfraufirn. Anschließend treten wir hinaus auf den Gletscher, von wo der Blick über die Bergwelt bis hinab zum Konkordiaplatz schweift. Danach wandern wir im Schnee hinauf zur Mönchsjochhütte  auf 3.657 Metern ü.M.

Am frühen Nachmittag kehren wir mit der JB zur Station "Eigergletscher" zurück. Hier beginnt der Eiger-Trail, ein alpiner Steig über steile Alpweiden und Geröllhalden, immer am Fuß der berühmt-berüchtigten Eigernordwand entlang. Unterwegs zeigt eine Tafel am Einstiegspunkt der Erstbesteiger deren Route durch die "Mordwand". Nach einem stiebenden Wasserfall zweigen wir auf den Zick-Zack-Pfad nach Alpiglen ab. Auf dem weiteren Weg bleibt bis Grindelwald genug Zeit, die Sicht auf Wetterhorn und Große Scheidegg zu genießen. 

Am ersten Oktobertag bringt uns die Gondelbahn beizeiten zum Bergrestaurant First (2.184). Auf dem "Japaner-Highway" hinüber zum malerischen Bachalpsee (2.265) grüßen wir zahlreiche (dann verwunderte) Touristen aus dem Land der aufgehenden Sonne mit einem freundlichen 'Konichiwa'. Trotzdem haben wir ausreichend Muse, die von der anderen Talseite herüber grüßenden eisgekrönten Viertausender Wetterhorn, Schreckhorn und Finsteraarhorn zu bewundern. Ab dem etwa 8 Hektar großen See sind wir dann bis zum Faulhorn (2.681) die einzigen Wanderer, im auf dem Gipfel liegenden Berghotel rasten wir zur Mittagszeit. Wegen in dieser Zeit einsetzendem Nieselregen und Nebel steigen wir am Nachmittag nur zur Bussalp ab und kehren von dort mit dem Bus nach Grindelwald zurück.  

Der 02.10. ist unser letzter Wandertag im Berner Oberland. Erneut fahren wir nach dem Frühstück hinauf zum First, schlagen heute aber den Panoramaweg zur Großen Scheidegg (1.962) ein und bummeln ohne große Höhenunterschiede zur Passhöhe , die das Tal der Schwarzen Lütschine und das Haslital verbindet. Auf der Terrasse des Berghotels genießen wir in der Sonne ein Weißbier; frisch gestärkt wandern wir dann am Fuß des Wetterhorns hinab Richtung Grindelwald. Unterwegs kann am Hotel "Wetterhorn" kann eine originalgetreu nachgebaute Kabine des Wetterhornaufzugs (1908-1915 erste personenbefördernde Luftseilbahn der Schweiz) bestaunt werden.

Nach 3 eindrucksvollen Tagen im Berner Oberland - die an und für sich zu einem längeren Aufenthalt herausfordern (wenn es nur nicht so teuer wäre) - reisen wir am Feiertag am Brienzer und Vierwaldstättersee vorbei zurück in die Heimat.